Bei der Frühjahrstagung des Europäischen Rates im März 2005 wurde der Europäische Pakt für die Jugend beschlossen. Jugendpolitik ist ein Kernelement der neuen Lissabon-Strategie. Im Rahmen aller Politikbereiche sind Jugendthemen eine zentrale Rolle einzuräumen.
Ziele des europäischen Jugendpaktes sind:
Im Mai 2005 legte die Europäische Kommission eine Mitteilung zur praktischen Umsetzung des Jugendpaktes auf europäischer wie auch auf nationaler Ebene vor. Außerdem bekräftigte die Europäische Kommission die Fortführung der Offenen Methode der Koordinierung auf Grundlage des Weißbuches „Neuer Schwung für die Jugend Europas“.
Während der österreichischen EU- Ratspräsidentschaft wird der Jugendbereich ganz im Zeichen der Umsetzung des Europäischen Paktes für die Jugend stehen. Der Europäische Rat hat im März 2005 klar festgestellt, dass zur Erreichung der Lissabonner Ziele die Umsetzung des Europäischen Paktes für die Jugend erforderlich sei. Die Europäische Kommission wird ihren Bericht, in dem die nationalen Strategien zusammengefasst und evaluiert sind, dem Europäischen Rat im März 2006 übermitteln. Damit werden unter anderem auch die im Sinne des Jugendpakts relevanten Maßnahmen beurteilt. Österreich wird eine weiterführende Empfehlung zur Umsetzung des Europäischen Jugendpaktes vorbereiten, dem Ministerrat „Bildung, Jugend und Kultur“ im Februar 2006 vorlegen und schließlich an den Europäischen Rat weiterleiten.
Der Europäische Jugendpakt und seine Umsetzung wird auch das Thema der informellen Tagung der europäischen Jugendministerinnen und Jugendminister im März 2006 in Bad Ischl sein. Zur Stärkung der Partizipation von Jugendlichen wird diese Konferenz unter Beteiligung von Jugendlichen aus der gesamten Europäischen Union stattfinden. Im Rahmen des Europäischen Jugendpaktes wird Österreich auch eine Resolution zur Förderung des nicht-formalen und informellen Lernens vorlegen, um die Anerkennung dieser Bildungsformen auf EU-Ebene voranzutreiben.
Die Europäische Kommission hat im Juli 2004 den Entwurf eines Nachfolgeprogramms für das 2006 auslaufende EU-Programm Jugend mit dem neuen Titel „JUGEND IN AKTION“ ausgearbeitet, welches mit 915 Millionen Euro dotiert sein soll und eine Laufzeit von 2007 bis 2013 haben wird. Die allgemeinen Ziele des neuen Programms umfassen z.B. die Förderung der aktiven Bürgerschaft junger Menschen im Allgemeinen und ihrer europäischen Bürgerschaft im Besonderen, die Entwicklung der Solidarität junger Menschen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts der Europäischen Union, die Förderung der europäischen Zusammenarbeit in der Jugendpolitik und sollen einen Beitrag zur Entwicklung der Qualität in der Jugendarbeit und des Fachwissens der Organisationen der Zivilgesellschaft im Jugendbereich liefern.
Zur Verwirklichung des Programms sollen folgende Aktionen durchgeführt werden:
Für Österreich stellt der Fortschritt bei den Verhandlungen zu diesem Programm JUGEND IN AKTION einen Schwerpunkt im Jugendbereich dar. Ein Ziel der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft ist es, die Verhandlungen im ersten Halbjahr abschließen zu können. Derzeit gibt es noch eine Reihe offener inhaltlicher Fragen (z.B. Altersgrenzen für die begünstigten Jugendlichen, Rolle und Definition der Freiwilligendienste). Eine weitere Schwierigkeit stellt die Verzögerung in der Verabschiedung des EU-Budgets 2007-2013 dar, denn erst mit einer generellen Einigung zur finanziellen Vorausschau des EU-Haushaltes wird die Verhandlung der endgültigen Dotierung des Programms JUGEND IN AKTION möglich sein.
Im Jugendbereich können drei Grundtypen des Lernens unterschieden werden:
Die Bereiche des nicht-formalen und informellen Lernens sind gekennzeichnet durch Freiwilligkeit und Selbstorganisation, professionelle Vorbereitung und dadurch, dass keine formale Beurteilung des individuellen Erfolges stattfindet.
Auf die aktive Bürgerschaft, die allgemeine Partizipationsfähigkeit sowie auf die Teilnahme am Arbeitsmarkt haben derartige Bildungsformen einen außerordentlich positiven Einfluss.
Zu diesem Zweck wird die österreichische EU-Ratspräsidentschaft eine Resolution zur Förderung und Anerkennung des nicht-formalen und informellen Lernens in der Jugendarbeit dem Rat „Bildung, Jugend und Kultur“ im Mai 2006 zur Verabschiedung vorlegen, wobei dieses Vorhaben bereits die Unterstützung der Europäischen Kommission hat.
Herzstück der Jugendpolitik auf europäischer Ebene ist das Weißbuch "Neuer Schwung für die Jugend Europas", das nach Konsultationen von Tausenden Jugendlichen Europas im November 2001 von der Kommission veröffentlicht wurde und einen neuen Rahmen für die Zusammenarbeit in Jugendfragen innerhalb der EU geschaffen hat.
Der Rat der Europäischen Union beschloss seither in den vier Themenbereichen Partizipation, Information, Freiwilligenarbeit und Forschung jene Ziele, die die Mitgliedstaaten in ihrem Kompetenzbereich selbstständig umsetzen und darüber regelmäßige Fortschrittsberichte an die Europäische Kommission übermitteln sollen. Zu den Bereichen Partizipation und Information sind bis Ende 2005 von den Mitgliedstaaten Berichte über Strategien, Projekte und Entwicklungen zu erstellen.
Die Evaluierung nationaler Berichte und die Abfassung eines Fortschrittsberichtes durch die Europäische Kommission bis voraussichtlich Mai 2006 fallen damit in die österreichische EU-Ratspräsidentschaft. Die Arbeiten an einer darauf Bezug nehmenden Resolution des zuständigen Rates „Bildung, Jugend und Kultur“ werden voraussichtlich unter österreichischem Vorsitz begonnen.