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(Check against delivery/es gilt das gesprochene Wort)
Sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender!
Sehr geehrte Mitglieder des LIBE Ausschusses!
Ich freue mich, Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, heute hier in Brüssel einen Überblick über die Prioritäten der österreichischen Ratspräsidentschaft im Bereich „Inneres“ geben zu können.
Eines der zentralen Anliegen der Bürger an die EU ist die Gewährleistung von mehr Sicherheit für jeden einzelnen und somit der weitere Ausbau des Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts.
Um diesen Erwartungen der Bürger gerecht zu werden, müssen wir konkrete Antworten auf die Bedrohung unserer Sicherheit durch Terrorismus, organisierte Kriminalität, Korruption, Drogen und illegale Migration finden:
Diese Situation spiegelt sich in der kontinuierlich zunehmenden Bedeutung des Europäischen Parlaments wider:
mit der wir (weiter) sehr gut u. vertrauensvoll zusammenarbeiten wollen!
Unsere diesbezüglichen Planungen orientieren sich natürlich genau an den grundlegenden EU-Dokumenten, die die Vorgaben für die Arbeiten in den kommenden Jahren definieren, wie
Vor diesem Hintergrund haben wir 6 Schwerpunktbereiche für die österreichische Präsidentschaft im Bereich Inneres definiert:
Im Zuge der kurzen Darstellung dieser Präsidentschaftsschwerpunkte, werde ich Sie auch über die Diskussionen dazu beim Informellen Minister-Treffen informieren, das vom 12. bis 14. Jänner 2006 in Wien stattgefunden hat.
Die Umsetzung der im Dezember 2005 beschlossenen Strategie für die externe Dimension der JI-Politik ist ein besonderes Anliegen der österreichischen Präsidentschaft,
Wie bzw. in welchen Schritten solche Partnerschaften für die Sicherheit umgesetzt werden sollen, haben wir bereits beim Informellen Ministertreffen in Wien erörtert. Dabei gab es eine breite Zustimmung für die vom Vorsitz und der EK vorgeschlagene Vorgangsweise:
Wichtig erscheint mir auch der Hinweis, dass die maßnahmenorientierten Papiere auf den bestehenden Instrumenten und Kooperationsformen zwischen der EU und Drittstaaten aufbauen müssen.
Auf dieser Grundlage werden wir – nach der Vertiefung der EU-internen Diskussion – auch ausgewählte Drittstaaten partnerschaftlich in die Umsetzung der Außenstrategie einbinden
Der zweite Schwerpunkt der österreichischen Präsidentschaft betrifft den Kampf gegen organisierte Kriminalität und Korruption, der nur gemeinsam erfolgreich geführt kann, da Organisierte Kriminalität im Allgemeinen und Korruption eng zusammenhängen.
Wir werden daher
Beim informelle Treffen haben die Minister
Die Präsidentschaft wird daher im Februar eine Expertenkonferenz in Wien veranstalten, bei der ein „Optionenbericht“ über die Weiterentwicklung von Europol vorbereitet werden soll.
Und wir werden auch ein globales Konzept der inneren Sicherheit vorbereiten, in dem Prioritäten, Institutionen und Instrumente sowie Lücken in der „Architektur der inneren Sicherheit“ aufgeführt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt im Bereich der inneren Sicherheit ist der Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Kein Land kann sich dabei in Sicherheit wiegen.
Alle Kulturen und Religionen sind betroffen: New York, Djerba, Madrid, Istanbul, Bombay oder London belegen als traurige Beispiele diesen Befund.
Die Lehren daraus lauten:
Wenn wir auf Terror nicht nur re-agieren wollen, brauchen wir dabei vor allem einen breiten Dialog zwischen den Kulturen und Religionen, innerhalb unserer Staaten und darüber hinaus:
Die Bemühungen im Kampf gegen den Terrorismus werden sich während der österreichischen Präsidentschaft vor allem auf 3 Bereiche konzentrieren:
Auch die Weiterarbeit am Abbau der Grenzkontrollen zu den neuen Mitgliedstaaten - unter voller Wahrung der Qualitätsstandards - zählt zu unseren TOP-Prioritäten.
Es ist bekannt, dass die Inbetriebnahme des SIS II - neben der Umsetzung des Schengen-Besitzstandes – eine zentrale Voraussetzung für den Wegfall der Grenzkontrollen zu den neuen Mitgliedstaaten ist.
Wir wollen daher
Die zeitgerechte Fertigstellung des SIS II ist eine der größten Herausforderungen unserer Präsidentschaft:
Der nächste Schwerpunkt für die EU-Präsidentschaft betrifft die Felder Asyl und Migration. Hier haben uns die jüngsten Ereignisse von Ceuta und Melilla wieder vor Augen geführt, wie wichtig eine gemeinsame Vorgangsweise innerhalb der Union ist.
Beim informellen Treffen der Justiz- und Innenminister vom 12. bis 14. Jänner 2006 wurden einige grundsätzliche Weichenstellungen vorgenommen:
Es wurde der Wille der Mitgliedstaaten deutlich, im Sinne der im Haager Programm vorgegebenen Zielsetzungen möglichst rasch zu einem einheitlichen europäischen Asylverfahren zu kommen:
1. Zum Ausbau der Kooperation innerhalb der Union
- Dafür soll in einem ersten Schritt durch möglichst einheitliche Entscheidungsgrundlagen, etwa eine gemeinsame Herkunftsstaatendokumentation, die Qualität der Verfahren verbessert werden.
- Im Sinne der europäischen Solidarität bekannten sich viele Mitgliedstaaten ausdrücklich zu einer gegenseitigen Unterstützung bei besonderem Asyldruck, etwa durch „rapid-intervention-Teams“. Für diese Maßnahmen sollen Gemeinschaftsmittel, insbesondere auch aus den Fonds, zur Verfügung gestellt werden.
- Beim Informellen Ministertreffen wurde zudem von mehreren Seiten der Wunsch geäußert, Fremde, denen kein Aufenthalt in Europa gewährt wird, unter strenger Beachtung der Menschenrechte auch mittels gemeinsamer Charterabschiebungen rückzuführen.
Der österreichische Vorsitz wird dazu ein Konzept erarbeiten, in dem vor allem auch die Ausbildung der mit derartigen Rückführungen betrauten Beamten nach europäischen Standards beinhaltet sein soll.
2. Zum Ausbau der Kooperation mit Staaten im Umfeld der Union:
- Es ist unbestritten, dass es vorrangiges Ziel jeder Flüchtlingspolitik sein muss, Schutzbedürftigen so rasch und so nah wie möglich zu ihrer Heimat dauerhaften Schutz zu ermöglichen.
- Nur dadurch können weltweite Flüchtlingsströme und die damit verbundenen menschlichen Tragödien verhindert werden.
- Eine überwältigende Zustimmung fanden daher beim informellen Treffen die geplanten regionalen Schutzprojekte in den Westlichen Neuen Unabhängigen Staaten sowie in Afrika/Tansanien. Die österreichische Präsidentschaft möchte diese gemeinsam mit der Kommission und dem UNHCR rasch umsetzen und – zumindest eines der Projekte - bereits im Juni 2006 starten.
- Bevor ich zur letzten Priorität komme, möchte ich noch auf das Visainformationssystem (VIS) zu sprechen kommen:
- Diese Datenbank zum Visadatenaustausch zwischen den Mitgliedstaaten wird einen großen Mehrwert bei der Effektuierung der gemeinsamen Visumpolitik, der Hintanhaltung von Visashopping und der Bekämpfung der Schlepperkriminalität darstellen.
- Die österreichische Präsidentschaft wird am diesbezüglichen Rechtsakt – in enger Kooperation mit dem EP - weiterarbeiten, um die Inbetriebnahme mit Ende 2006 zu gewährleisten.
Der sechste und letzte Schwerpunktbereich für die EU-Präsidentschaft betrifft das Krisen- und Katastrophenmanagement.
Auch hier haben uns traurige Ereignisse vor allem im letzten Jahr (Tsunami, Erdbeben, Hochwasser…) gezeigt, dass eine koordinierte Zusammenarbeit zur Bewältigung von Krisen und Katastrophen auf europäischer und internationaler Ebene unerlässlich ist.
Österreich wird daher
Ergänzend zu den Prioritäten möchte ich zu den aktuellen Entwicklungen der finanziellen Vorausschau betonen:
Sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzende,
Sehr geehrte Mitglieder des LIBE-Ausschusses!
Um in diesen Schwerpunktbereichen möglichst gute Fortschritte erzielen zu können, streben wir die ständige Zusammenarbeit mit allen relevanten Institutionen und Einrichtungen der EU an.
Dabei lege ich besonderen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit Ihnen, den Mitgliedern im Europäischen Parlament. In diesem Sinne wurde bereits ein intensiver Dialog auf politischer wie auch auf Mitarbeiter-Ebene begonnen.
Unser aller gemeinsames Ziel ist, künftigen Generationen in ganz Europa ein Leben in einem Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts zu ermöglichen.
Es ist unser Anliegen, mit der österreichischen Ratspräsidentschaft dazu einen Beitrag zu leisten.