.
Direkt zum Inhalt.
Direkt zum Inhalt.
Tagungskalender 2006
Jänner
.
Februar
.
März
.
April
.
Mai
.
Juni
.
Mai
  Mo Di Mi Do Fr Sa So  
  1
.
2
.
3
.
4
.
5
.
6
.
7
.
 
  8
.
9
.
10
.
11
.
12
.
13
.
14
.
 
  15
.
16
.
17
.
18
.
19
.
20
.
21
.
 
  22
.
23
.
24
.
25
.
26
.
27
.
28
.
 
  29
.
30
.
31
.
.
.
.
.
 
 
.
.
.
.
.
.
.
 
 
.
.
.
.
.
.
.
 
Service
.
.
.
.
.
.
.

Reden, Interviews

10.03.2006

Interview mit Außenministerin Plassnik im ORF Morgenjournal


Transkript

 

ORF

Frau Außenministerin, nun landet der Iran-Atomstreit doch vor dem Sicherheitsrat. War das nicht zu verhindern?

Plassnik

Die internationale Staatengemeinschaft ist geschlossen. Es kann nicht sein, dass der Iran hier ein Programm betreibt, über dessen Natur wir keinen verlässlichen Aufschluss haben. Es gibt die Untersuchung der Internationalen Atomenergiebehörde. Es wurde in den letzten Jahren genau untersucht, und es besteht eine Reihe von Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Natur dieser nuklearen Arbeiten im Iran.

ORF

Was erwarten Sie  jetzt, dass der Weltsicherheitsrat tun wird? Erwarten Sie Sanktionen, erwarten Sie Drohungen?

Plassnik

Man wird weiter an einer diplomatischen Lösung arbeiten. Das ist das erklärte Ziel der Staatengemeinschaft, und so wird es auch sein.

ORF

Eines der Themen in Salzburg wird auch der Konflikt mit der islamischen Welt wegen der Mohammed-Karikaturen sein. Der türkische Außenminister Gül war in den letzten Tagen zu Gast in Wien, und er hat einen Dialog der Zivilisationen angeboten. Ist das der Ausweg?

Plassnik

Wir brauchen mehr Dialog. Das ist unbestritten, und es ist nicht nur die Meinung des türkischen Außenministiers.

ORF

Ist die Türkei ein Vermittler?

Plassnik

Die Türkei hat keine Vermittlerposition beansprucht. Die Türkei ist selbst zu 99% ein islamisches Land. Sie wird wie wir alle zum Dialog der Kultur und Religionen auf vielfältige Art beitragen, aber das eigentlich Faszinierende ist das Beispiel, das sie selbst setzt.

ORF

Einer der Schwerpunkte des Salzburger Treffens wird der Balkan sein. Es kommen auch alle Außenminister der Balkanstaaten nach Salzburg. Was wird denn hier in Salzburg passieren?

Plassnik

Was ich mir von Salzburg wünsche und erwarte, ist, dass wir ein gemeinsames Signal zur Unterstützung der europäischen Perspektive des Westbalkans setzen.

ORF

Frau Minister, die Präsidentschaft ist fast zur Hälfte vorbei. Was ist denn Ihr bisheriges Resümee?

Plassnik

Ich glaube, dass wir unsere Arbeit gut und vernünftig machen. Das wird auch von den Partnern so gesehen. Meine Auffassung war immer, dass die Präsidentschaft eine Dienstleistung an unseren Partnern in Europa und in der Welt darstellt.

ORF

Der grüne Fraktionschef im Europäischen Parlament, Daniel Cohn-Bendit, schätzt das nicht so ein. Er spricht von der Präsidentschaft der Ratlosigkeit.

Plassnik

Ja, das sind so Vorstellungen oder Sichtweisen von Außen und auch Ideen der späten sechziger Jahre über die großen Initiativen, die alles regelnden und erlösenden Visionen. Nur so findet es in der Realität nicht statt. Was gefordert ist, ist hartnäckige, geduldige Arbeit an der Realität, Überwindung der Hindernisse, die es gibt. Da helfen einfach vage Beschreibungen oder Ratlosigkeitsphantasien nichts.

 

Datum: 10.03.2006