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EU-Ratsvorsitzende Ursula Haubner trifft sich heute in Brüssel mit Menschen, die in der EU von Armut betroffen sind. „Ich bin überzeugt, dass es notwendig ist, dass die Europäische Union einen direkten Bezug zu den Lebensumständen ihrer Bürgerinnen und Bürger herstellt, ganz besonders zu denjenigen, die in Armut und sozialer Ausgrenzung leben“, so Haubner, „denn die wirkliche Sachkompetenz liegt bei den Betroffenen selbst, also muss man sie am Prozess der Entscheidungsfindung teilhaben lassen und als gestaltende Kraft einbinden“.
Das Treffen in Brüssel befasst sich sehr konkret mit der „Bewältigung des Alltags“ von Menschen, die von Armut betroffen sind. Es geht um das tägliche Leben und die Frage, welche Güter und Dienstleistungen mit einem Einkommen unterhalb der Armutsschwelle eingekauft werden können.
Weiters geht es um Anliegen, die in den nationalen Berichten für Sozialschutz und soziale Eingliederung Berücksichtigung finden sollen. „Ich sehe darin einen wichtigen Input aus der Erfahrung des Alltags“, erklärt Ursula Haubner, „denn alle Mitgliedsstaaten müssen bis September ihre nationalen Berichte erstellen“.
Der österreichische Ratsvorsitz hat ein klares Bekenntnis zur sozialen Dimension der EU abgelegt und so hat Europäische Rat im März 2006 klar zur Armut Stellung genommen und das Ziel bestätigt, die Verringerung der Armut und der sozialen Ausgrenzung bis 2010 entscheidend voranzubringen und insbesondere zur Bekämpfung der Kinderarmut aufgerufen.
„Nun ist es in der Verantwortung der Mitgliedstaaten, diesen Auftrag auch umzusetzen. In Österreich hat vorige Woche bereits ein erstes Treffen mit allen Akteuren stattgefunden. Wir konzentrieren uns auf die Reduzierung der Armutsgefährdung von Familien mit Kindern, auf die Förderung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen, auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und bessere Erwerbschancen von Personengruppen mit überdurchschnittlichen Arbeitsmarktproblemen“, umschreibt Haubner den österreichischen Weg.
Unter den rund 200 Teilnehmer/innen aus 27 europäischen Ländern sind neben den Armutsbetroffenen selbst auch Vertreter/innen der nationalen Verwaltungsbehörden anwesend, um den Dialog in den einzelnen Ländern anzuregen und wirksamer fortsetzen zu können.
„Auch die EU muss ihre Hausaufgaben machen, Kinderarmut darf nirgends hingenommen werden“, so Haubner.