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Welche energiepolitischen Perspektiven verfolgt die EU? Wie gelangt man zu einer nachhaltigen und sicheren Energieversorgung? Welche Technologien müssen dazu entwickelt und zur Marktreife geführt werden? Diese und ähnliche Fragen hat die internationale Fachkonferenz „Energy Paths – Horizon 2050“ am 16.03.2006 im Rahmen der österreichischen EU-Präsidentschaft im Palais Auersperg beleuchtet. Hochrangige Expertinnen und Experten aus der EU-Kommission, den Mitglieds- und Kandidatenstaaten, der Wirtschaft sowie aus NGOs haben über energie-/technologiepolitische Weichenstellungen für das Jahr 2050 referiert. Ein aus rund 160 Personen bestehendes Fachpublikum aus 22 Ländern hat an der englischsprachigen Konferenz teilgenommen.
Versorgungssicherheit als oberste Priorität
„Für uns ist wichtig, dass wir Innovationen fördern, die uns von fossilen Energieträgern unabhängig machen“, betonte Staatssekretär Eduard Mainoni bei seiner Begrüßungsrede. „Österreich zählt im Chor der EU 25 durch großes Engagement und innovative Zukunftsideen zu den Schrittmachern“, so Mainoni mit Verweis auf den EU-Forschungsministerrat, der am 13. März tagte, weiter.
Wirtschaftsminister und Vorsitzender des EU-Energieministerrats Martin Bartenstein unterstrich die Notwendigkeit einer neuen, gemeinsamen, europäischen Energiepolitik mit Versorgungssicherheit als oberster Priorität. „Ziel der neuen Energiepolitik ist eine koordinierte Vorgangsweise der EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission in den zentralen Energiefragen“, skizzierte Bartenstein unter Hinweis auf die Sondersitzung der EU-Energieminister, die am 14. März in Brüssel stattgefunden hat.
Strategischer Plan für Energietechnologien
Die Beiträge der europäischen Kommission, die durch die Direktoren Alfonso González Finat und Pablo Fernandez Ruiz bei den „Energy Paths – Horizon 2050“ vertreten war, zeigten die zunehmende Intensität der energiepolitischen Diskussion in Europa: Da der Energiebedarf der Union in den nächsten 20 bis 30 Jahren bis zu 70 % - statt derzeit zu 50 % - durch Importe gedeckt werde, die Energiereserven nur in einigen wenigen Ländern konzentriert seien und sich der CO2-Ausstoß weltweit bis zum Jahr 2030 voraussichtlich um 60 % erhöhen werde, bestehe dringender Handlungsbedarf. Das von der EU-Kommission Anfang März vorgelegte Grünbuch mit dem Titel „Eine europäische Strategie für nachhaltige, wettbewerbsfähige und sichere Energie“ könne als erster Schritt in der Debatte hin zu einer gemeinsamen europäischen Energiepolitik gewertet werden.
Die Entwicklung und der Einsatz neuer Energietechnologien seien von wesentlicher Bedeutung, wenn es um die Gewährleistung der Versorgungssicherheit, der Nachhaltigkeit und der industriellen Wettbewerbsfähigkeit geht. Die EU-Kommission schlage daher zusätzlich zu den bisherigen Forschungsaktivitäten im Energiebereich einen strategischen Plan für Energietechnologien vor.
Veranstalter der „Energy Paths – Horizon 2050“ waren das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) und das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit). Mit der Organisation der Fachkonferenz wurde die Österreichische Energieagentur beauftragt. Nähere Informationen (inkl. der Präsentationen als Download): http://www.energyagency.at/service/veranst/energypaths.htm
Rückfragehinweis:
Mag. Claudia Aigner
Österreichische Energieagentur
Tel.: +43 (1) 586 15 24-63
claudia.aigner@energyagency.at
http://www.energyagency.at