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Presseaussendungen

02.03.2006

Informelles Verkehrsministertreffen: Medieninformation zur Auftaktpressekonferenz

 

Sicherheit ist der Schwerpunkt der österreichischen Rats-Präsidentschaft im Bereich Verkehr. Er wird unter dem Motto “Crossing borders in road safety – Creating a Trans-European Road Safety Culture” stehen.

Neben den 24 EU-Verkehrsministern und dem EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot wurden darüber hinaus die Verkehrsminister von Bulgarien, Rumänien, Kroatien, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Türkei, Russland und Mazedonien eingeladen.

 

Überblick Verkehrsministertreffen/ Europäische Verkehrssicherheit

Das Informelle Verkehrsministertreffen wird sich insbesondere folgenden Themen widmen:

  • Dem Entwurf der Infrastruktur-Direktive der EU-Kommission
  • E-Safety (mit einem Training auf einem Fahrsicherheitsgelände)
  • Bewusstseinsbildende Kampagnen in der EU

Bei dieser Gelegenheit wird Vizepräsident und Verkehrskommissar Barrot auch eine erste Zwischenbilanz zur Erreichung der Vorgabe des Europäischen Verkehrssicherheitsprogramms „Halbierung der Anzahl der Verkehrstoten bis 2010“ ziehen.

Das Hauptaugenmerk des Informellen Ministertreffens in Bregenz liegt auf der Förderung des Bewusstseins von Straßenverkehrssicherheit in Europa. Hier ist noch großer Handlungsbedarf gegeben:

Von derzeit 1,2 Mio Verkehrstoten weltweit wird es laut Kommission im Jahr 2005 geschätzte 40.000 Verkehrstote in der EU geben (2004: 43.500). In Österreich lag die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 1999 noch bei 1.079 Personen, im Jahr 2005 sank die Zahl auf 764 – knapp 30% weniger. Faktum ist, dass Österreich in den letzten Jahren mit dem deklarierten Verkehrssicherheitsziel bereits weit aufgeholt hat und sich mit den getroffenen Maßnahmen auf dem Weg ins Führungsfeld der europäischen Verkehrssicherheitsarbeit befindet.

Österreich wird im Rahmen des Treffens auch die erfolgreichen nationalen Aktivitäten im Verkehrssicherheitsbereich präsentieren. Auch die anderen Mitgliedstaaten wurden eingeladen, dies zu tun. Es geht darum, voneinander zu lernen und Synergieeffekte zu nützen.

Verkehrssicherheit darf nicht vor der technologischen Entwicklung der Fahrzeuge halt machen. Ein großer Block wird daher dem Thema „E-Safety“ gewidmet sein. Intelligente Verkehrssysteme stellen eine große Chance zur Erhöhung der Verkehrssicherheit dar. Die Europäische Kommission spricht sich in ihrem Weißbuch für den Einsatz neuer Technologien wie z.B. Systeme zur Abstandskontrolle, Kollisionsvermeidung und Überwachung der Fahreraufmerksamkeit aus.

Die Minister werden zur 2. Arbeitssitzung zum Verkehrssicherheitsgelände des ÖAMTC in Röthis fahren, um nicht nur über die Theorie zu sprechen, sondern direkt vor Ort Extrem-Situationen (z.B. Schleuderplatte) zu testen. Dabei erhalten die Minister einen direkten Vergleich, indem sie das Fahrverhalten technologisch weniger und besser entwickelter Fahrzeuge ausprobieren können.

Die Sitzung der Minister wird dann am zweiten Tag (Freitag 3. März 06) zum Thema „Bewusstseinsbildende Maßnahmen in der EU“ fortgesetzt und soll schließlich mit der Einigung auf eine EU-weite einheitliche Verkehrssicherheitskampagne mit einem gemeinsamen Schwerpunkt enden.

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Verkehrssicherheitspolitik in Österreich

Verkehrssicherheitsstatistik

Die Jahresstatistik 2005 zu den im Straßenverkehr Verunglückten ist die beste seit Beginn dieser Aufzeichnungen im Jahr 1950. Sie zeigt, dass es uns gelungen ist, durch verschiedenste verkehrspolitische Maßnahmen die Zahl der Toten auf Österreichs Straßen von 1079 im Jahr 1999, also dem letzten Jahr eines sozialistischen Verkehrsministers, auf 764 Tote im Jahr 2005 zu senken.

Verschiedenste Schritte wie zum Beispiel Licht am Tag, Vormerksystem, Section Control, Verkehrsbeeinflussungsanlagen, Geisterfahrerwarnsysteme, Führerscheinreform, Kampagnen wie "Gurte retten Leben" und Rekordinvestitionen in die Verkehrsinfrastruktur haben den beabsichtigten Effekt gebracht.

Das Ziel, die Straßen sicherer zu machen, das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer zu schärfen und die Vorbereitung junger Menschen auf die Gefahren des Straßenverkehrs zu verbessern, ist erreicht worden. Der Rückgang der Verkehrstoten ist nicht allein durch stärkere Kontrollen (z.B. LKW-Kontrollen) sondern vorrangig durch vorbeugende und bewusstseinsbildende Maßnahmen gelungen.

„Gurte retten Leben“

Eine dieser bewusstseinsbildenden Maßnahmen ist die Kampagne „Gurte retten Leben“. Im Jahr 1984 wurde in Österreich die Gurtanlegepflicht mit Strafandrohung eingeführt. Damals schnallten sich 69,5% aller Lenker und 73,7% aller Beifahrer an. Im Jahr 2004 vor Start der Kampagne lagen die Anschnallquoten von Fahrer und Beifahrer beinahe gleich hoch bei rund 82%. Im Jahr 2004 lag die Sicherungsquote von Kindern am Rücksitz bei 75%, auf dem Beifahrersitz bei 92%. Sowohl im Bereich der Kindersicherung als auch beim Angurten erzielte Österreich nicht die höchsten Quoten in Europa. Daher wurde diese Kampagne ins Leben gerufen.

Die Kampagne besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil beschäftigt sich mit dem Thema „Kindersicherung“, der zweite Teil mit dem Thema „Angurten“. Den Kern der Kampagne bilden zwei TV-Spots. Begleitet werden die Spots durch Radiospots, Plakate – auch entlang der Autobahn und bei Autobahnauffahrten, Einschaltungen in den Printmedien sowie einen entsprechenden Internetauftritt.

Der Spot zum Thema „Kindersicherung“ wurde von Juni bis September 2005 ausgestrahlt. Der Spot zum Thema „Angurten“ wird zum Schluss der heutigen Pressekonferenz präsentiert.

„Kindersicherung“

Dieser Spot erreichte Topbewertungen in den Bereichen Akzeptanz, Interessenszuwendung und Wirkung. Mit „Gurte retten Leben“ landete in Österreich erstmals ein Spot für ein soziales Anliegen auf Platz 1 jener TV-Spots, die am meisten Eindruck hinterlassen. In der Dimension „Gefälligkeit“ – sofern sich bei einem solchen Thema von Gefälligkeit sprechen lässt - erhielt der Spot die Supernote 1,37. Zusätzlich wurde der TV-Spot beim „International Festival for Road Safety Campaigns“ im Dezember 2005 in Tunis mit dem ersten Preis ausgezeichnet und konnte sich gegen Mitbewerbern aus aller Welt durchsetzen.

Aber das wichtigste sind nicht die vielen Auszeichnungen und Topbewertungen, das wichtigste sind die Sicherungsquoten. Und hier wurde der größte Erfolg erzielt. Vor Ausstrahlung des Spots lag die Kindersicherungsquote am Rücksitz bei 75%. Nach Ausstrahlung des Spots stieg diese auf 90% an. Die Kindersicherungsquote am Beifahrersitz stieg im Freiland und auf Autobahnen sogar auf 100% an.

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„Angurten“

Der aktuelle Spot zum Thema „Angurten“ wird hier und jetzt zum ersten Mal ausgestrahlt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist zu erwarten, dass mit diesem Spot die Anschnallquoten ebenso positiv beeinflusst werden wie dies mit dem Kindersicherungsspot gelungen ist.

Statistik:

Seat belt wearing rates 2003

Seat belt wearing rates 2004

 

Datum: 03.03.2006