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Die Prognosen über die Verkehrsentwicklung in den EU-Mitgliedstaaten gehen von einer Stagnation bis zu weiteren Rückgängen bei umweltfreundlichen Verkehrsmitteln wie Bahn und Bus aus. Zunahmen werden im Pkw- und Flugverkehr prognostiziert. Allein die in Urlaub und Freizeit gefahrenen Kilometer werden sich ausgehend vom Jahr 1998 bis zum Jahr 2010 beinahe verdoppeln. Dabei droht sich das Verhältnis zwischen Autoverkehr und Öffentlichem Verkehr noch weiter zu Lasten umweltfreundlicher Verkehrsmittel wie Bahn und Bus zu verschieben. Wir müssen dieser Entwicklung aktiv gegensteuern und eine Trendwende zu umweltverträglicherem Tourismus erreichen. Dies erklärte Umweltminister Pröll anlässlich der heutigen Pressekonferenz „Umweltfreundlich Reisen in Europa“.****
Um eine Trendwende einzuleiten und Reisen nachhaltiger zu gestalten setzt sich Österreich für die Umsetzung folgender Maßnahmen ein. Umweltminister Josef Pröll: „Die Verschärfung der Abgasgrenzwerte für Pkw und die Forcierung der Biokraftstoffe sind zwei zentrale Kernpunkte der österreichischen EU-Präsidentschaft. Weiters die Förderung von Bahn und Bus als umweltfreundliche Alternativen für die Tourismusmobilität sowie die Förderung emissionsfreier Fahrzeugtechnologien, sauberer Kraftstoffe und erneuerbarer Energien. Darüber hinaus ist es wichtig, politische Maßnahmen zu setzen, so dass die Kyoto-Ziele auch auf den internationalen Flugverkehr anwendbar werden.“
Das Lebensministerium koordiniert vier große transnationale Modellprojekte und will in der Praxis zeigen, dass Umwelt, Verkehr und Tourismus erfolgreiche Partner sein können. Bereits jetzt lassen sich Synergien zwischen ökonomisch sinnvollem Vorgehen und ökologischem Verhalten aufzeigen:
Dass umweltfreundliches Reisen ein attraktives Ziel und keinen Gegensatz zwischen Ökologie und Ökonomie darstellt, zeigt sich an einem besonderen Qualitätsprodukt des österreichischen „Modellvorhabens Sanfte Mobilität – Autofreier Tourismus“ in Werfenweng. Die Gemeinde verzeichnete im Rahmen von „Perlen der Alpen“ seit dem Beginn des Programms vor acht Jahren in den Wintersaisonen ein Nächtigungsplus von 56%, der Durchschnitt lag in Salzburg bei +22%. In Sommersaisonen haben sich die Nächtigungszahlen mit +10% im Vergleich zum Durchschnittswert in Salzburg sogar verdreifacht. Die Betriebe mit dem Urlaubspackage „Urlaub vom Auto“ hatten ein noch viel höheres Nächtigungswachstum zu verzeichnen: und zwar +109% in den Wintersaisonen 1996/1997 bis 2004/05 und + 60% in den Sommersaisonen 1997 bis 2004.
Pröll: „Mit dieser Konferenz soll im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft und des österreichischen Vorsitzes der Alpenkonvention ein Signal in Richtung umweltfreundlicheres Reiseverhalten und umweltweltfreundlichere Reiseangebote gegeben werden. Aber auch die Stakeholder aus dem Verkehrs- und Tourismusbereich sind gefordert, einen Beitrag zu Erreichung umweltpolitischer Ziele und Verpflichtungen zu leisten und ihre Verantwortung im Sinne der Nachhaltigkeit wahrzunehmen.“
Die Konferenz soll insbesondere die Sensibilität dafür heben, dass hohe Umweltqualität ein hohes Kapital für den Tourismus darstellt. Intakte Umwelt – saubere Luft, schöne Landschaft, attraktive Städte – ist ein zentrales Urlaubskriterium für Touristen und daher auch ökonomisch von Interesse. Um die erbrachten Leistungen zu honorieren, erfolgt die Vergabe von Preisen für die erfolgreichsten Teilnehmer der vom Lebensministerium durchgeführten Projekte.