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Presseaussendungen

23.01.2006

Pröll: EU-Bevölkerung steht punkto Energiepolitik hinter Österreich

Verstärkte Förderung erneuerbarer Energieträger laut Umfrage gewünscht

 

Brüssel - Beim heute erstmals unter dem Vorsitz von Landwirtschaftsminister Josef Pröll in Brüssel stattfindenden EU-Agrarministerrat stand auf Initiative Österreichs die Präsentation des Biomasse-Aktionsplans durch die EU-Kommission im Mittelpunkt. Dieses Thema könnte aktueller nicht sein, begründet der österreichische Ratsvorsitzende. Einerseits hat die Erdgas-Krise zwischen Russland und der Ukraine zu Jahresbeginn deutlich die Importabhängigkeit der Europäischen Union gezeigt, andererseits kletterte der Rohölpreis erst am vergangenen Freitag wieder einmal auf die Marke von knapp USD 66,- je Barrel. "Europa ist vor diesem Hintergrund dringend gefordert, seine Energiepolitik zu evaluieren", so Pröll.

Eine zum Jahreswechsel, also unmittelbar vor der Erdgas-Krise in acht EU-Mitgliedstaaten - Slowenien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien und Österreich - vom Fessel GfK Austria durchgeführte Telefonumfrage mit 1.000 Interviews pro Land bestätigt eindrucksvoll, dass die Bevölkerung in der Energiepolitik-Frage hinter Österreichs Anliegen steht. So teilt eine überwältigende Mehrheit aller Befragten die Sorge, dass fossile Treibstoffe wie Erdöl und Erdgas weiteren Preissteigerungen unterworfen sein werden. Nur wenige befürchten hingegen, dass dies auch bei erneuerbaren Energieträgern wie Biomasse oder Windkraft der Fall sein wird.

Erneuerbare Energieträger stärker fördern - Atomenergie weniger beliebt

Bei der Befragung, welche Energieform in der EU zukünftig stärker unterstützt werden sollte, wurde zudem deutlich, dass quer durch alle Mitgliedsstaaten eine klare Präferenz für erneuerbare Energieträger wie Wasser- und Windkraft sowie Biomasse besteht. Beispielsweise die in Österreich Befragten wollen zu 85% die Wasserkraft verstärkt gefördert sehen, zu 79% die Biomasse und zu 80% die Windenergie, womit das Land im Spitzenfeld liegt. Bei Erdöl, Erdgas und Kohle liegen die Werte vergleichsweise niedrig. "Und gestatten Sie mir an dieser Stelle - diesmal als österreichischer Minister - auch den Hinweis, dass in keinem der befragten Länder ein besonderer Enthusiasmus für die Förderung der Atomenergie besteht", betonte Pröll beim Agrarministerrat. Am wenigsten Zustimmung findet die Atomenergie in Spanien, wo nur 4% diese Energiequelle gefördert sehen wollen und gleich dahinter Österreich mit nur 8% Zustimmung. Die höchsten Werte wurden in Großbritannien mit 29% und Deutschland mit 27% erzielt, was im Vergleich zu den mittleren Prozentsätzen der erneuerbaren Energieträger noch immer gering ist.

Mit Biomasse-Aktionsplan Schritt in richtige Richtung

"Offensichtlich ist es so, dass die Bevölkerung eine deutliche Präferenz für einen breiten Energiemix hat, wobei erneuerbaren und nachwachsenden Energieträgern eine starke Bedeutung zukommt. Der politische Schluss, den ich aus diesen Daten ziehe, ist, dass wir mit dem Biomasse-Aktionsplan einen Schritt in die richtige Richtung setzen. Wir sollten das darin enthaltene Ziel einer Verdoppelung des Biomasse-Einsatzes bis 2010 mit aller Kraft verfolgen", so Pröll. Derzeit beträgt der Anteil der Biomasse an der Energieaufbringung in Europa 4%. Der Aktionsplan sieht eine Steigerung von 69 Mio. t Öläquivalent auf 185 Mio. t bis 2010 vor.

Europa zu größerer Unabhängigkeit in Energieversorgung führen

Weiters betonte Pröll, dass die österreichische Ratspräsidentschaft die Frage der "EnergieZukunft Europa" in allen relevanten Ratsformationen - Landwirtschaft, Umwelt und Energie - vorantreiben und auch im Juni beim Europäischen Rat behandeln werde. "Ziel soll es sein, Europa zu größerer Unabhängigkeit in der Energieversorgung zu führen und dabei Schritt für Schritt eine Wende hin zu einer nachhaltigen und umweltverträglichen Aufbringung zu vollziehen", betonte der Minister

 

Datum: 26.01.2006