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Presseaussendungen

10.02.2006

Kukacka: Binnenschifffahrt hat großes Potenzial im grenzüberschreitenden Güterverkehr

Studie unter Österreichs Unternehmen stellt der Binnenschifffahrt ein gutes Image aus, zeigt aber auch weiteren Handlungsbedarf

 

Im Vorfeld des EU-Binnenschifffahrtskongresses (13. – 15. Februar 2006 in Wien) wurde im Auftrag des Verkehrsministeriums eine Potenzialanalyse der Binnenschifffahrt unter Österreichs Untenehmen, der verladenden Industrie, den Logistikern und den Binnenschifffahrtsunternehmen gemacht. „Das Ergebnis ist eindeutig: Die Binnenschifffahrt geniest ein positives Image und es besteht ein beachtliches Verlagerungspotenzial. Aber auch eine gewisser Handlungsbedarf wurde ganz klar aufgezeigt“, fasst Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka die Ergebnisse der aktuellen Studie zusammen.

„Die Binnenschifffahrt genießt bei 51% der verladenden Industrie und Österreichs Logistikern ein gutes Image. Das ist vor allem auf die Faktoren hohe Umweltverträglichkeit, niedrige Kosten und hohe Transport- und Gütermengen zurückzuführen. Lediglich 5% stellen ihr ein negatives Zeugnis aus. Relativ hoch ist mit 44% allerdings auch der Anteil jener, die sich noch kein genaues Bild zum Verkehrsträger Wasserstraße gemacht haben“, betont der Staatssekretär.

Im Schnitt könnten sich 57,8% der Befragten Unternehmen vorstellen bei für sie gleich bleibenden Kosten einen Teil ihrer Gütertransporte auf die Binnenschifffahrt zu verlagern. Zusätzliches Potenzial bietet die 35,8% große Gruppe der zum jetzigen Zeitpunkt unentschlossenen Logistikunternehmen, die die Weiterentwicklungen im Binnenschifffahrtssektor abwarten möchte. „Dieses Potenzial hilft uns bei dem Vorhaben, Österreich als Vorreiter einer ökologisch orientierten Verkehrspolitik innerhalb der EU zu positionieren. Wir haben daher diesen Themenschwerpunkt für unsere Präsidentschaft gewählt, um die Binnenschifffahrt nachhaltig auf die Agenda der europäischen Verkehrspolitik zu setzen und dort wo dies möglich und sinnvoll ist, eine umweltfreundliche Alternative zum Straßengüterverkehr zu etablieren“, so Kukacka.

Die Umfrage zeigt aber auch einen noch notwendigen Handlungsbedarf auf. So sehen Österreichs Logistiker noch ein weiteres Entwicklungspotenzial bei der Preisgestaltung (51%) und wünschen sich darüber hinaus eine Beschleunigung der Transporte (49%), sowie besser kombinierte Logistikkonzepte von Straße, Schiene und Binnenschifffahrt (33% - Mehrfachnennung möglich). Für die heimischen Schifffahrtsbetriebe steht vor allem der Ausbau der europäischen Wasserstraßen (86%), sowie eine verstärkte Bewusstseinsbildung über die Vorteile der Binnenschifffahrt (57%) im Vordergrund.

„Österreich hat bereits einen „Nationalen Aktionsplan zur Binnenschifffahrt“ für die Jahre 2006 – 2015 erstellt, der den Anforderungen der Wirtschaft, aber auch den notwendigen Umweltaspekten entspricht und der nun auch Vorbild für das Europäische Modell sein soll. Die Politik hat sich darin die Verbesserung der Wasserstraßeninfrastruktur zum Ziel gesetzt. „Erreichen wollen wir das durch eine ordnungsgemäße Erhaltung der Wasserstraße – sprich Fahrrinne und durch die Beseitigung von Engpässen, sowie durch ein besseres Schleusenmanagement. Darüber hinaus müssen unsere Häfen eine Drehscheibenfunktion als multifunktionale Logistikknoten zwischen den Verkehrsträgern Wasser, Schiene und Straße wahrnehmen und unsere Flotte soll durch ein Flottenförderprogramm zur Modernisierung des Schiffraumes und Umrüstung (z.B.: auf modernen Containertransport) motiviert werden“, schloss der Staatssekretär.

 

Datum: 13.02.2006